CD RELEASE «The heartbeat of a bird»

Das neue Duo-Album von Lisette Spinnler und Christoph Stiefel erscheint am 21.10.2022 beim innovativen Label Clap Your Hands.  

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01-The heartbeat of a bird_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel

Artists
LISETTE  SPINNLER 

www.lisettespinnler.com 

CHRISTOPH STIEFEL 

www.christophstiefel.ch

Label
CLAP YOUR HANDS 

www.clapyourhands.ch 
contact@clapyourhands.ch

Management & Booking
ESTEAM MUSIC 
www.esteam-music.com 

contact@esteam-music.com

Photo

Laura Pleifer

02-Sleep save and warm_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
03-Body and soul_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
04-Ushers in a drearier day_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
05-Lost_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
06-The wind I used to hear it swelling_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
07-Every leaf speaks bliss to me_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
08-I fall in love too easily_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
09-Sometimes when snow is falling_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
10-Fluttering from the autumn tree_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
11-Blue in green_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel
12-Sleep save and warm, Reprise_01Lisette Spinnler, Christopf Stiefel

CD RELEASE «The heartbeat of a bird»

videso laura pleifer

«The heartbeat of a bird»

A voice that occasionally morphs into a trumpet, an accentuated, lyrical piano sprinkled with finely prepared strings: fully introspective, primarily slow, thoughtful, highly intimate and fragile music that moves our ears and souls, while also exuding peace and stillness. Hauntingly, tenderly, and at the same time, full of intensity, Lisette Spinnler and Christoph Stiefel have been playing as a duo since 2008,  and after Bima Sakti (2011), they have released their second joint album, The Heartbeat of a Bird.

The record’s title does not actually refer to the strikingly rapid heartbeat of a bird, but rather life itself: transience, the cycle of nature – and its growing endangerment. A robin held in one’s hand and a mighty kite bird circling the sky represent, respectively, fragility and freedom, both of which are central to this duo’s music. But just as the kite does not whirl about high above the ground for the sake of freedom, but rather in search of food, freedom in terms of musical improvisation is also relative and not an end in and of itself. Just as the flight of birds is subject to physical laws, improvisation adheres to musical prerequisites and criteria with the goal of creating new, unheard sounds in present time, while inviting the audience to participate in this creative process.

This freedom allows the vocalist and the pianist to invent music in the moment, out of the moment, and out of their sometimes wordless dialogue, which poses the risk of being led to the brink, of losing oneself and falling apart – but which does not happen at any point. At the same time, the open dialogue speaks to its own tension and has the effect of making the music sound immediate and direct.

In addition to four «freely» improvised pieces and three of their own songs, the duo has also covered Krzysztof Komeda's «Sleep Safe and Warm» – written for Roman Polański's film Rosemary's Baby – and three Jazz standards: «Body and Soul,» which among countless others, trumpeter and singer Chet Baker’s version is probably one of the most profound, Miles Davis’s «Blue in Green» (lyrics by Cassandra Wilson), and Jule Styne’s «I Fall in Love Too Easily» (lyrics by Sammy Cahn) from the early ‘40s. 

Whether it’s their improvisations, their own compositions, or characteristic standards to which the duo lends their own language in equal measure: The Heartbeat of a Bird works seamlessly and is perhaps most comparable to, although less cool and sober, an album like The Newest Sound Around by the duo Jeanne Lee and Ran Blake from the early ‘60s – to some extent, a contemporary art song. The ample familiarity of the dialogue that Lisette Spinnler and Christoph Stiefel have been conducting for years, its intimacy and fragility, the freedom of expression, the simplicity and charisma: this is where the richness and power, the beauty and charm, and ultimately, the mystery of their music lie.

Basel, October 2022 – Steff Rohrbach

(deutsch/german)

Eine Stimme, die gelegentlich zur Trompete mutiert, ein akzentuiert und lyrisch gespieltes Klavier mit da und dort fein präparierten Saiten und eine ganz in sich gekehrte, fast durchwegs langsame, nachdenkliche, überaus intime und fragile Musik, die unsere Ohren und Seele – bei aller Ruhe, die sie verströmt – eindringlich, zärtlich und gleichzeitig voller Intensität berührt: Lisette Spinnler und Christoph Stiefel spielen seit 2008 im Duo, und nach «Bima Sakti» (2011) ist mit «The Heartbeat Of A Bird» ihr zweites gemeinsames Album erschienen.

Der Titel der Platte meint nicht das markant schnell schlagende Vogelherz, sondern das Leben an sich, die Vergänglichkeit, den Kreislauf der Natur – und deren zunehmende Gefährdung. Ein Rotkehlchen in der Hand und der am Himmel kreisende mächtige Milan stehen für Zerbrechlichkeit und Freiheit. Beides ist zentral in der Musik dieses Duos. Doch wie der Milan nicht um der Freiheit willen, sondern zur Nahrungssuche hoch über dem Boden kreist, ist auch die Freiheit in der musikalischen Improvisation relativ und nicht Selbstzweck. Wie der Vogelflug physikalischen Gesetzen, unterliegt die Improvisation musikalischen Voraussetzungen und Kriterien und hat zum Ziel, in Jetztzeit neue, ungehörte Klänge zu kreieren und das Publikum an diesem Schöpfungsprozess teilhaben zu lassen.

Die Freiheit lässt die Vokalistin und den Pianisten Musik im Moment erfinden, aus dem Augenblick und ihrem manchmal wortlosen Zwiegespräch heraus, das zuweilen riskiert, an den Rand zu führen, sich zu verlieren und zu zerbrechen – was freilich an keiner Stelle passiert. Gleichermassen spricht aus dem offenen Dialog eine eigene Spannung und lässt die Musik unmittelbar und direkt klingen.

Nebst vier «frei» improvisierten und drei bestehenden eigenen Songs hat das Duo Krzysztof Komedas «Sleep save and warm» – für Roman Polańskis Film Rosemary's Baby geschrieben – und drei Standards aufgenommen: «Body and Soul», von dem unter unzähligen Versionen diejenige des Trompeters und Sängers Chet Bakers wohl eine der tiefgründigsten ist, «Blue in Green» (Miles Davis, Lyrics Cassandra Wilson) und «I fall in love too easily», von Jule Styne mit den Lyrics Sammy Cahns aus den frühen Vierzigern. 

Ob Improvisationen, eigene Kompositionen oder charakteristische Standards, denen sich das Duo gleichermassen und ganz im Duktus seiner eigenen Sprache hingibt: "The Heartbeat Of A Bird" wirkt wie aus einem Guss und ist – weniger cool und nüchtern zwar – vielleicht am ehesten mit einem Album wie «The Newest Sound Around» des Duos Jeanne Lee und Ran Blake aus den frühen Sechzigern vergleichbar: gewissermassen ein zeitgenössisches Kunstlied. Die grosse Vertrautheit des Dialogs, den Lisette Spinnler und Christoph Stiefel seit Jahren führen, seine Intimität und Zerbrechlichkeit, die Freiheit ihres Ausdrucks, Schlichtheit und Ausstrahlung: Darin liegen Reichtum und Kraft, die Schönheit, der Reiz und letztlich das Mysterium ihrer Musik.

Basel, October 2022 – Steff Rohrbach

CD RELEASE «SOUNDS BETWEEN FALLING LEAVES»

Das Album von Lisette Spinnler erschien am 17.11.2017 beim renommierten Label der Bauerstudios bei Neuklang Records.  

 

 

 




 

Die fallenden Blätter im Herbst, wo Winde, über die Flure losgelassen, Bäume kahl und kahler blasen, Blätter durch die Lüfte tragen, am Boden kleine Wirbel blasen und es ruhig wird … «Sounds between falling leaves» sind zumeist elegische, modale Lieder in einfachen Harmonien, ihre Bewegungen sind sanft und zart und eher nach innen gerichtet.  In Nuancen, feinsten Schwingungen und manchmal – wie in Cézannes Aquarellen – bloss angedeutet, entfalten sie mit fein aufeinander abgestimmten Farben einen imaginären Raum, eine gewaltige Kraft aus sich selbst, aus einem zärtlich-virtuosen Spiel zwischen Ruhe, langsam Fliessendem und markanten Akzenten. Lisette Spinnlers Songs sind Zwiesprachen mit der Natur, die ihre Seele aus Kindertagen bewohnt und berührt. Ihre Lieder, die Stimme in Hauchen, Schimmern und Schattierungen, getönt und kunstvoll modelliert, wirken natürlich und heischen nicht nach Ereignissen – sie sind welche, vorausgesetzt, wir hören hin.


Es ist das bisher sinnlichste und auf seine Art introvertierteste Album der Vokalistin und mit Songs, die, ausser Afro Blue, alle von ihr selbst geschrieben sind. Bezeichnend, dass sie dafür auch zwei Poems Emily Brontës in Musik gegossen hat: Die britische Dichterin (1818-1848), die unter ihrem Pseudonym Ellis Bell schrieb und von der zu Lebzeiten gerade mal ein Roman (Wuthering Heights, 1847) und ein einziger Gedichtband (Poems, 1846, zusammen mit ihren Schwestern Anne und Charlotte Brontë) erschien, besang in ihrer Lyrik Fantasiewelt und Natur und war eine enthusiastische Tierliebhaberin. Lisette, auf der Bühne zuweilen mit eigener, spontaner Fantasiesprache, scheint ihr darin seelenverwandt.


«Sounds between falling leaves» ist aber auch das erste Album in der aktuellen Besetzung, und Lisette war gut beraten, ihrer erstklassigen Rhythmusgruppe auch immer den nötigen Spielraum zu geben. Piano, Bass und Drums verraten denn auch eine Handschrift, die ganz in einem Heute angesiedelt ist, in dem kollektiver Sound mehr im Vordergrund steht als solistische Brillanz. Dadurch kommt der Stimme automatisch mehr Gewicht und Bedeutung zu, die, wo sie präsent ist, denn auch vermehrt im Mittelpunkt steht. Das Quartett arbeitet seit vier Jahren in konstanter Besetzung miteinander: Stefan Aeby am Klavier, Bassist Patrice Moret und Michi Stulz am Schlagzeug – alles fantastische Musiker mit feinmotorischer Technik, wachem Geist und sensibelstem Interplay. Sie bringen Lisettes Lieder optimal auf den Punkt und zur Geltung. Die improvisatorischen Freiräume, die den Kompositionen zu Eigen sind, werden fast durchwegs im Kollektiv genutzt und vorangetrieben, auch wenn da und dort mal ein Dialog zu Zweit Raum einnimmt oder das eine oder andere Instrument etwas mehr im Vordergrund steht. Lisette und ihre Musiker sind auf dem ganzen Album überaus dicht beisammen und behalten die Songs und ihre Natur im eigenen dynamischen Gleichgewicht – zwischen fallenden Blättern.


(Basel, im Februar 2017/Steff Rohrbach)